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Am Samstag, den 23. Juli, trafen sich 50 Mitglieder der Schützengesellschaft zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, zu der der Vorstand eingeladen hatte. Thema der Versammlung war der geplante Wechsel der SG Bad Kreuznach vom Rheinischen Schützenbund (RSB) zum Pfälzischen Sportschützenbund (PSSB). Ein zweiter Punkt auf der Tagesordnung war die Bitte an die Versammlung, dem Vorstand ein Mandat für Verhandlungen bezüglich der Übergabe der Immobilie an einen anderen Träger zu erteilen.
Nach dem Einstieg in die Tagesordnung mit Begrüßung und Totenehrung ging Oberschützenmeister (OSM) Kani direkt auf die Gründe für den geplanten Wechsel ein. Er informierte die Versammlung über die Ergebnisse der Arbeitsgruppe, die im letzten Jahr während des Bezirksdelegiertentages gegründet wurde und der er in eigener Person angehört hat. Er führte folgende Gründe an:
- RSB sieht das Gebiet Süd nur als Beitragszahler
- RSB fördert den Sport im Gebiet Süd nur mit minimalsten Mittel. Eine Förderung des Leistungszentrums fehlt gänzlich.
- Der Verbandsausschuss Leistungssport (VAL) des RSB beschließt Etat nur für den nordrhein-westfälischen Teil des RSB.
- Im Gegensatz zur Fachschaft Sportschießen Nordrhein-Westfalen haben die beiden Fachverbände Rheinland und Rheinhessen keinen Sitz im Gesamtvorstand des RSB.
- Da 70% der Vereine im NRW-Teil des RSB ansässig sind, haben beantragte Satzungsänderungen aus dem Gebiet Süd kaum bis keine Chancen.
- Die Wege zu den Landesverbandsmeisterschaften werden immer länger, künftig werden diese Meisterschaften in den Luftdruckdisziplinen sogar in Dortmund, außerhalb unseres Verbandsgebietes geschossen.
- Seit Jahren fordert das Gebiet Süd die Abschaffung einer Meisterschaftsebene, was von den Vereinen aus dem NRW-Teil des RSB blockiert wird.
- Lehrgänge finden überwiegend in der Geschäftsstelle in Leichlingen statt.
- Auf der Internetseite des RSB findet man keine Informationen über das Gebiet Süd.
Nach der Darlegung der Gründe ging er auf die Auswirkungen für die Mitglieder und die Schützengesellschaft ein. Er erläuterte, dass sich für die passiven Mitglieder nichts ändern würde. Der PSSB würde sogar die Mitgliedsjahre und Ehrungen im RSB anrechnen, so dass für diese Gruppe keinerlei Nachteile entstehen würden. Die Auswirkungen für die Aktiven, so erklärte er, wären Freizeitgewinn, da eine Meisterschaftsebene wegfallen würde. Dadurch und durch deutlich geringere Startgelder beim PSSB käme auch noch eine finanzielle Entlastung hinzu. Auch die kürzeren Wege zu Meisterschaften würden den Schützen finanziell und zeitlich deutlich entlasten. Auf Fragen aus der Versammlung antworteten außer dem OSM auch die Fachverbandsvertreter vom Rheinland, Herr Lauterwasser, und von Rheinhessen, Herr Vetter, ausgiebig.
Die Auswirkungen für die SG, so der OSM, wären am Anfang gering. Der Wechsel würde aber die Position der SG bei Verhandlungen mit dem PSSB bezüglich der Immobilie verändern. In bisherigen Gesprächen konnte man nur theoretische Möglichkeiten durchspielen, dies würde sich ändern, wenn die Mitglieder auch einem weiteren Punkt auf der Tagesordnung zustimmen würden.
In der nun folgenden Abstimmung wurde der Wechsel vom RSB zum PSSB einstimmig beschlossen.
Nach einer kurzen Pause stand der zweite, existenzielle Punkt auf der Tagesordnung. Die Bitte an die Versammlung, dem Vorstand ein Mandat für Verhandlungen bezüglich der Übergabe der Immobilie an einen anderen Träger zu erteilen.
Um den Mitgliedern den Grund für diese Bitte klar zu machen, leitete er diesen Punkt der Tagesordnung mit folgendem Satz ein: "Wir können mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln unsere Anlage nicht mehr aufrecht erhalten"
Um diese Aussage zu konkretisieren, stellte der OSM die aktuelle finanzielle Situation der SG, durch eine Gegenüberstellung der Jahre 1995 und 2011 dar. Besonders deutlich war der Rückgang des Zuschusses des Landessportbundes für Betriebs- und Unterhaltungskosten. Dieser Zuschuss ist abhängig von den sportlichen Erfolgen des Leistungszentrums und auf diese hat die SG keinerlei Einfluss. Auch die weiteren Rückgänge in verschiedenen Positionen wurden vom OSM ausführlich dargelegt. Es wurde auch deutlich gemacht, dass die massiv gestiegenen Preise im Energiesektor (Heizöl/Gas 400%, Strom 25%) die SG stark belasten. Nach der Beantwortung der Fragen aus der Versammlung forderte der OSM die Anwesenden auf, über diesen Punkt der Tagesordnung abzustimmen.
Das Ergebnis der Abstimmung war, dass die Versammlung dem Vorstand das Mandat für Verhandlungen bezüglich einer Überleitung der Immobilie in eine andere Trägerschaft einstimmig erteilte.
Im letzten Punkt der Tagesordnung ging der OSM auf das Gerücht ein, dass die SG insolvent wäre und schon eine entsprechende Eingabe beim Amtsgericht gemacht hätte. Er widersprach dem Gerücht aufs schärfste und drohte Mitgliedern, die solche Gerüchte verbreiten würden, mit einem Vereinsausschlussverfahren wegen Vereinsschädigung.
Etwas angenehmer war dann der Bericht des OSM bezüglich den Erfolgen bei den Landesverbandsmeisterschaften. Hier stellte er besonders die Leistung unseres Jüngsten, Niklas Weckop, heraus, der sich mit der Luftpistole in der Schülerklasse zur Deutschen Meisterschaft qualifiziert hat. Bezüglich den weiteren Erfolgen erfolgt ein separater Bericht im Internet.
Abschließend machte er noch auf den Termin für das Königsschießen (04. September) und den Termin für das Partnerschaftstreffen in Bourg-en-Bresse (30. Sept. bis 2. Oktober) aufmerksam.
Nachdem keine weiteren Fragen aus der Versammlung kamen, beendete er diese und bedankte sich für das überzeugende Votum.
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